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Klein und fein

Paul Roosen und ich

Ein fröhlich geschäftiges Auf und Ab von gutgelaunten Menschen, Weingläser klirren, wärmend in den Hauseingängen oder vollbepackt bei gutem Wetter- das ist die Paul-Roosen-Straße in Hamburg.

Einige meiner absolut liebsten Restaurants haben sich dort versammelt und machen ein begeisterndes Straßenfest fast Abend für Abend daraus.

Nr. 6

Ich fange bei dem Café Kraweel an, mit sonnigen Plätzen auf dem Bürgersteig und unkomplizierten, zusammengesammelten Möbeln im Inneren komme ich bisher nur in das Vergnügen eines gegrillten Croissants, dies aber besonders gut mit Serranoschinken, Frühlingszwiebel, Manchego und Pesto. Bestimmt für ein langes Frühstück bis 15.00 Uhr sehr nett.

Kurzer Sprung hinüber in die Talstraße 78

Direkt an der Ecke übrigens befindet sich die Kuchnia -polnisch für Küche- und osteuropäisch kochend. Eine lebendige Welt für sich und doch in sich ruhend und die Reeperbahn draußen abschottend. Mein hausgemachter, gerade gebratener Blin mit Lachs, Crème Fraîche, Gurken und Rotkohl vereint säuerlich und frisch schön miteinander, ebenso die Zurek, eine polnische Mehlsuppe.

Nr. 22

Seit vier Wochen geöffnet, hat das Café Stubenwechsel. Auf drei Ebenen innen oder draußen in der schönen Sonne genieße ich die Gesellschaft von Marcus aus der benachbarten Affenfaust Galerie, siehe Nr. 43 und einen Salat mit gebackenem Ziegenkäse und Nüssen. Dass ich danach noch etwas hungrig bin, macht in der Gegend nichts, so viel Auswahl gibt es weiterhin.

Genau gegenüber in der Großen Freiheit 90M

Hier sollte man unbedingt noch in eine der schönsten Bars überhaupt hineinschauen, die Standard Bar. Wie zu Haus fühlen wir uns an langen Tischen mit noch unbekannten Gästen, die meist schnell bekannt werden, so zum Beispiel zum Pantomime spielen und genießen hervorragende Drinks mit kleinen liebevoll gemachten Köstlichkeiten.

Nr.27

Mit einem Sternenhimmel beleuchtet, viel Holz und Grün und über zwei Stockwerke verteilt, ist die Clockers Bar überschaubar klein und gemütlich. Auch mein Ginger & Apple Drink aus Wodka, Apfelmus, Gewürzsirup, Limette und Ginger Beer schmeckt ganz ausgezeichnet.

Nr. 29

Wir schlendern vorbei an dem Weinladen St. Pauli von Stephanie Döring. Unkompliziert mit einer kleinen oder großen Brotzeit mit Oliven, getrockneten Tomaten und freundlicher Weinberatung fühlen wir uns immer direkt am Fenster sehr wohl. Die Salami kommt direkt von Stephs Vater, das Brot von einem Holzofenbäcker aus Kiel.

Steph ist nicht nur für ihren eigenen Laden zuständig, sondern betreut und berät 15 weitere Restaurants in Hamburg und an einer kleinen Einführung von verschiedenen Weinraritäten durfte ich während eines Abendessens auch schon teilnehmen. Seit Juli letzten Jahres gibt es sogar ein Pendant in Köln.

Nr. 31

Dass das hæbel nebenan eines meiner Lieblingsrestaurants ist, und eines der wenigen, das ich regelmäßig besuche, ist längst kein Geheimnis mehr. Monatlich wechselnde 5-Gänge Menüs, feine abwechslungsreiche Küche und der herzliche und persönliche Umgang von Fabio Haebel und Lutz bereichern jeden Abend.

Zugehörig zum hæbel ist die Weinbar la Cave, in der man ganz wunderbar jeden Abend beginnen oder ausklingen lassen kann, mit Naturweinen und kleinen Köstlichkeiten wie Austern, Schinken oder Sardinen.

Nr. 33

Und auch The Beatles haben in der Paul-Roosen-Straße  im Jahre 1960 gewohnt.

Nr. 35

Ebenso gemütlich ist das urige Restaurant Krug, ein Haus weiter rechts. Jeden Abend geöffnet, ist die Weinstube sogar an einem Montag so voll, dass ich froh bin, rechtzeitig für uns Sieben reserviert zu haben. Kleine Tischchen an den Fenstern, die allseits vor der Tür stehende Ente, ebenfalls als Tisch nutzbar und innen kerzenbeleuchtet, fühlen wir uns sehr heimelig.

Die Karte wechselt abhängig von spontan saisonalen Einkauf und wird in der sehr übersichtlichen Küche hinter der Bar gekocht. Der karamellisierte Ziegenkäse passt sehr gut zu dem Cous Cous Salat und der Frische der Orangenmarmelade. Als Hauptgang nehme ich die hausgemachten Tagliatelle mit Bärlauchpesto, Austern und Shitake Pilzen, getrockneten Tomaten und pikantem Ricotta. Ausgesprochen herzlich, Essen und Atmosphäre, kein Wunder, dass es den Krug schon 10 Jahre lang gibt.

Kleiner Ausflug in die Kleine Freiheit 1

Kurz vor meiner Endstation mit dem Schwerpunkt Kunst biegen wir links ab in die Kleine Freiheit 1 ins Fritzis, in dem ich schon ein sehr gutes Mittagessen hatte, täglich wechselnd und an das Caramel Shortbread, ein Biscuit mit Karamell und Schokolade, to go immer noch denken muss.

Nr. 43

Last, weil eine der hinteren Hausnummern, but definitely not least, ist die Affenfaust Galerie doch oft meine erste Anlaufstelle in der Paul-Roosen-Straße. Leidenschaftlich geführt von Marcus und Fred in einem ehemaligen Aldi Supermarkt mit dem Fokus auf Urban Street Art. Einige der tollen Künstler durfte ich schon bei Dinnern in eben diesen Räumlichkeiten kennenlernen und habe selbst Arbeiten, zum Beispiel von Peter Phobia erstanden.

Mai 10, 2019
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich und viel essen, überall auf der Welt, aber vor allem in meiner Heimatstadt Hamburg. Nicht nur die Küche ist mir wichtig, das große Ganze zählt mit Atmosphäre, Service und am liebsten außergewöhnlichen, berichtenswerten Erlebnissen. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
À la Karte
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Trendspotter
Restaurant Klinker
Seit dem ersten Pop-up in der ehemaligen Cook Up Gallery vor 1 ½ Jahren verfolge ich die Entwicklung der damals Tabula Rasa genannten Köche. Nun haben sich endlich Marianus von Hörsten kochend und Aaron Hasenpusch an der Bar mit ihrem ersten Restaurant namens Klinker, direkt neben dem Holi Kino niedergelassen. Tafelgrüne Wände, goldene Akzente und mit vielen Produkten von Marianus‘ Elternhof Wörme und einem engen Verhältnis zu Lieferanten stehen Herkunft und Qualität der Produkte an erster Stelle. Schon damals nach dem Credo „Glück ist zum Teilen da“ bestellen wir gemeinschaftlich. Abwechslungs- und facettenreich überrascht jedes Gericht, mit erfreulich eindeutigen Aromen, dem Credo „einfach miteinander essen“ sehr viel mehr als gerecht werdend.
In der Presse
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Mein bester Restaurantbesuch
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