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Gaumenreise, Sternensammler

Ostseelig in Glücksburg

Bezauberndes Licht fällt auf das Vitalhotel Alter Meierhof als ich nach 1 ½ Stunden Autofahrt ankomme und sogleich fühle mich gut aufgehoben. Bei einigen Bahnen in dem Innen- und Außenpool  des schönen Spa-Bereichs der Hof-Therme, einer anschließenden Pediküre mit einem guten Buch (Herkunft von Saša Stanišićund in meinem großzügigen und gemütlichen Zimmer mit Landhaus-Charme.

Wie schön, dass ich zwei Stockwerke tiefer in das Restaurant Meierei einkehren darf, indem Dirk Luther alljährlich seine zwei Michelin-Sterne erkocht, am Fenster mit Blick auf die Flensburger Förde und die langsam untergehende Sonne.

Gegen den ersten Hunger werde ich von einem goldenen Ei begrüßt, gefüllt mit gestocktem Eigelb, Ragout vom Kalbsragout und Kartoffel-Espuma und daneben liegend ein Crostini mit Eigelbcrème und Baconraspeln.

Weiterhin außerhalb des Menüs präsentieren sich sieben Kleinigkeiten, fünf davon bezaubernd auf sowie in einer Petrischale: Ein Tomaten-Olivenöl-Süppchen mit Olivenöl-Eis, leicht süßlich und frisch und eine pochierte Auster mit Apfel-Zwiebel-Vinaigrette, salzige Meeresluft mit Land verbindend. Ein Passionsfrucht-Mousse wird bedeckt von Lachs-Kaviar, eine Tartelette gefüllt mit einem Tatar vom Husumer Weiderind mit roter Beete, Crème Fraîche und Imperial Kaviar. Als feines Chicken Tandoori zeigt sich eine Hähnchencrème im Sesammantel mit Mango Chutney, und ein Hauch von einem knusprigen Brickteig Röllchen ist gefüllt mit Ziegenkäsecrème. Last but not least versteckt sich in der Schale eine Fish&Chips Variante mit einem Kabeljau Tatar auf Kartoffelchip mit Essig Mayonnaise.

Eine sogenannte kleine Selektion von Broten ist mit fünf an der Zahl erfreulicherweise gar nicht klein. Vom französischem Butterbrötchen mit Rohmilch gebacken, einem Baguette mit Rosmarin und Pancetta, einem Flensburger Bierbrötchen gebacken mit dem Dunkel der Flensburger Brauerei, einem Sauerteigbrot und einer Brioche gefallen mir alle in Kombination mit der Butter aus derselben Rohmilch sehr gut.

Noch vor meinem 6-gängigen Menü bin ich noch immer von Sonne beschienen und erfreut von einem Sashimi von der Gelbflossenmakrele auf einem Tatar vom Taschenkrebs in einem Tomaten-Miso- Süppchen und Schnittlauch-Öl.

Nach frischem Grün schmeckt der erste Gang, bestehend aus einem Filet und Tatar des Island Saibling mit Beurre Blanc und sehr schmackhaften, süßen Erbsen. Die darauffolgende Jakobsmuschel, im eigenen Sud gegart, wird begleitet von Blumenkohl, Vogelmiere und einer Palourdemuschel. Bretonische Seezunge mit weißem Spargel, Morcheln, Kopfsalat und gehacktem Ei ist wohlig stimmig, ähnlich heimelig fühlend wie andere Hotelgäste, die noch im Bademantel am Ufer entlang flanieren. Genau diese ersehnte Entspannung empfinde ich ebenfalls schon.

Als letzter Fischgang wird ein Kabeljau konfiert mit Wildkräutern, dicken Bohnen und einem Püree und Sud aus Petersilie, und Dirk Luther selbst erkundigt sich nach Wohlbefinden seiner Gäste.

Saisonal österlich kommt das zarte Milchlamm aus Mecklenburg-Vorpommern mit Gremolata, Artischocken und Lauch und dazu ein Kartoffelgnocchi mit Pulled Lamb, kräftig und rund im Geschmack.

Zur Erfrischung erinnert ein Rhabarber Kompott mit Panna Cotta und einem Sorbet von Rhabarber und Hibiskus sehnsüchtig an ein sommerliches Eis. Ebenso harmonisch mit dem Sonnenuntergang und dem Thai-Mango Dessert mit weißer Schokolade, Passionsfruchtsud und Mangosorbet.

Vier Petit Fours verabschieden mich in Form eines Cassis Gelees im Zuckermantel, einem Windbeutel mit Haselnuss Nougat, einem Himbeer-Limetten-Macaron und einem Erdbeer-Törtchen bis hin zu einer Auswahl von acht verschiedenen Pralinen, von denen ich leider nicht mehr alle schaffe.

Überaus beseelt kehre ich in mein schönes Zimmer, nach einer halben und ausgezeichneten Weinbegleitung, schlafe seltene acht Stunden durch und fahre am nächsten Morgen beglückt und mit lauter Musik zu meinen Lieben nach Hamburg zurück.

https://www.alter-meierhof.de

Mai 5, 2019
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich und viel essen, überall auf der Welt, aber vor allem in meiner Heimatstadt Hamburg. Nicht nur die Küche ist mir wichtig, das große Ganze zählt mit Atmosphäre, Service und am liebsten außergewöhnlichen, berichtenswerten Erlebnissen. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
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Trendspotter
Restaurant Klinker
Seit dem ersten Pop-up in der ehemaligen Cook Up Gallery vor 1 ½ Jahren verfolge ich die Entwicklung der damals Tabula Rasa genannten Köche. Nun haben sich endlich Marianus von Hörsten kochend und Aaron Hasenpusch an der Bar mit ihrem ersten Restaurant namens Klinker, direkt neben dem Holi Kino niedergelassen. Tafelgrüne Wände, goldene Akzente und mit vielen Produkten von Marianus‘ Elternhof Wörme und einem engen Verhältnis zu Lieferanten stehen Herkunft und Qualität der Produkte an erster Stelle. Schon damals nach dem Credo „Glück ist zum Teilen da“ bestellen wir gemeinschaftlich. Abwechslungs- und facettenreich überrascht jedes Gericht, mit erfreulich eindeutigen Aromen, dem Credo „einfach miteinander essen“ sehr viel mehr als gerecht werdend.
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