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A la Tür, Sternensammler

Ohne Sauce kein Vergnügen

Erstmalig persönlich lernte ich den 1-Sternekoch Jens Rittmeyer bei dem BESONDERS Hamburg Markt im April kennen und teilte gleich sein Credo: „Ohne Sauce kein Vergnügen“, so dass wir unbedingt sein Restaurant N°4 in Buxtehude besuchen wollten. Gesagt, getan und 45 Minuten mit dem Auto später.

In einem kleinen Gewölbe im Navigare NSBhotel, nahe der Elbe, befindet sich im Untergeschoss das kleine, 4-tischige Restaurant, mit Fensterblick in die anliegende Küche. Durch diese erfreuliche Überschaubarkeit der Gäste, ist der Kontakt zu Jens Rittmeyer schon zu Beginn an außergewöhnlich persönlich, mit servierend nah am Gast und offen für jegliche Fragen.

Da wir zu zweit sind, probieren wir das Menü „Nordische Reise“ sowie die vegetarische „Heimliche Leidenschaft“. Fünf kleine Amuse Bouches erfreuen uns bis zum ersten Gang: Makrele, Apfel-Lauch, knuspriges Knickgetreide, Meerrettich & geeiste Kapuzinerkresse, gefolgt von Nordsee-Rochen, Erbsencreme, Kopfsalat & Sauce von confiertem Knoblauch und Tomatenkernöl. Auch das Zwerghuhnei, Wildkräuter, Pumpernickel, Katenschinken & Apfelcidersauce gefällt uns sehr.

Das nun gereichte Brot wird von jeweils drei unterschiedlichen Saucen zum Tunken serviert, und ich liebe meinen Zitronen-Thymian-Sud, die Tafelspitz-Schnittlauch-Beurre Blanc und die Heu Jus. So sehr, dass wir überlegen unser morgiges Abendessen zu Hause von der einen oder anderen Sauce zu unterstützen. Rührender Weise bekommen wir zusätzlich zu der dann gekauften Röstzwiebel-Bouillon noch eine gerade eingekochte Gemüsebrühe zum Verfeinern unserer Zwiebelsuppe. Ich hoffe nur sehr, keiner unserer Gäste liest bis hier…

Ein zarter Maibockrücken, Himbeeressig-Pfefferjus, Pfifferlinge & Mai-Spitzkohl präsentieren den Hauptgang, den ich obwohl schon recht satt, genussvoll verzehre. Flachlandtiroler, Creme von roter Beete und Walnüssen, Ölrauke & Kürbiskerne kündigen schon das süße Dessert Rhabarber, Sauerklee & Moosbeerensud an.

Selten gehen wir zusätzlich auf eine passende Weinreise, doch heute versuchen wir die kleine Weinbegleitung wie auch die alkoholfreie Variante. Beide interessant speziell mit köstlichen Säften und Secco oder ungefilterten Weiß- sowie Kirschwein.

Ein langer und erfüllender Abend, erneut verabschiedet mit Sanddornsorbet, Braune Butter-Eis, schwarzer Johannisbeerschaum und Dillsorbet und jeden Kilometer wert.

Wie wunderbar, dass alle Saucen auch nach Hause geliefert werden. Da muß ich mich tatsächlich sehr anstrengen, um etwas annähernd den Saucen gerechtes, in der eigenen Küche zu zaubern. Dreimal ist es mir bisher gelungen. Der Himbeeressig-Pfefferjus passte hervorragend zu unserem Steak, Zitronenthymian-Sauce zu jeglichen Nudeln und heute war die süßlich-saure Apfelcidersauce ganz besonders gut zu meinem Fisch. Ich habe also noch einiges mit den anderen Saucen und Suden vor.

Um mich weiterhin inspirieren oder einfach nur einzigartig verwöhnen zu lassen, bietet Jens Rittmeyer noch ein ganz besonderes Ereignis in fremder Kulisse vom 26. Juli bis 11. August. Mitten im Alten Land auf dem Biohof Ottilie findet das sommerliche Pop-Up „Farm to Table“ statt.

Zwischen Apfelbäumen oder falls regnerisch in der gemütlichen Scheune wird täglich ein erntefrisches Menü serviert aus den reifsten und aromatischsten Zutaten des Tages. Persönlicher und näher an Herkunft und Natur geht es wohl kaum.

www.jens-rittmeyer.de

Juni 19, 2018
  • 1
1 Comment
  • Sascha
    Juni 21, 2018

    Schöne Bericht und die Saucen von Jens sind wirklich der Hammer. Ich war auch gerade dort und es war ein fantastischer Abend!

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Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich gerne essen, überall auf der Welt, aber vor allem in Hamburg. Nicht nur das Geschmackliche muss mich begeistern, auch die Atmosphäre sollte stimmen, da ich am liebsten alles noch fotografisch festhalte. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
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Kein Lichtschein dringt von der „drip BAR“ nach außen, so dass wir tatsächlich erst einmal vorbeilaufen, bis wir den Klingelknopf finden. Welch' überraschende Freude schenkt die dunkle Gemütlichkeit, Bilder an grün-bläulicher Wand, geblümte Sessel und einen kreisender Ventilator über unseren Köpfen. Auch der Erläuterung des spannenden Konzepts lausche ich gerne, obwohl einer von uns gerügt wird, weil er voreilig in die märchenhafte Getränkekarte schauen möchte. 8 Stunden bis 3 Tage tropft die jeweilige Spirituose, ähnlich der Cold Brew Methode, durch verschiedene Infusions, z.B. Pfefferminz, Grapefruit, Kardamom, so dass die Getränke ganz eigenwillige, fein abgestimmte Geschmacksnuancen bekommen. Köstlichst der Lavendel Ton bei namensgleichem Mule, bestehend aus Wodka durch Lavendel getropft, Ginger Beet, Teapot Bitter und Limette. Ungleich stärker, nichtsdestotrotz genauso fein der Saffron Martini mit Wodka durch Safran gedript, Vermouth, Haselnuss Liquor und zartem Haselnuss Rand am Glas. Eine entzückende kleine Bar, in die wir sicherlich öfter wiederkehren werden.
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27. April 2018
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