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Gaumenreise

Küchenparty in Weissenhaus

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Eine Stunde von Hamburg und eine Nacht aushäusig nur zu zweit beginnt sobald wir das Tor des Schlossgutes Weissenhaus passieren, aufgehoben in einer eigenen behüteten Welt für sich. Schon zum vierten Mal haben wir das Vergnügen, in das wunderschöne Strandresort zu fahren, das erste Mal ohne Kinder und das erste Mal zur Küchenparty im Schloss selbst.

Statt vorher noch beim Yoga mitzumachen, gönne ich mir den großen Luxus eines Mittagschläfchens bis wir um 18.00 Uhr zum Aperitif in das Foyer des Schlosses gehen.

Vorfreude erwartet uns, eine herzlich familiäre Rede des Direktorenpaares Natalie Fischer und Frank Nagel, die die freundschaftlichen Verbindungen der jeweiligen Gastköche und Winzer mit ihnen und dem 2-Sterne prämierten Christian Scharrer vom Schlosseigenen Restaurant Courtier erläutern. „Man möchte nicht mit jedem seinen Sonntagabend auf dem Sofa verbringen“ fasst Natalie Fischer zusammen, das stimmt, doch hier wollen wir am liebsten das ganze Wochenende verbringen. Zusätzlich bekommen wir eine Übersicht gereicht, wo welches Gericht mit welchem Koch fusioniert und eine Schürze mit Details der 3. Küchenparty bestickt, die übrigens insgesamt mit zehn Michelin-Sternen glänzt.

Christian Scharrer selbst ist für die vereinzelten durch die Schlosssäle getragenen fünf Grüße aus der Küche zuständig. Eine kleine Backfischkugel mit Kartoffelsalat, geräucherter Speck vom Schweinbauch mit Graubrot und Zwiebeln, ein Wachteleigelb geschichtet auf Kartoffelpüree und Spinat, eine gebeizte Makrele mit roter Beete, Rauchfisch Mayonnaise, Saiblingskaviar und Blutampfer Kresse sowie ein Lamm Carpaccio auf Ratatouille.

Ebenfalls werden von ihm und seinem Team im Spiegel- und Gartensaal und auf dem Weg nach unten zartes Rinder-Tatar mit roter Beete und Meerrettich gezaubert, Gänseleber Waldorf und Spanferkel-Bäckchen mit Rettich und Linsen.

In der Courtier Küche versammeln sich weitere hochkarätige Köche. So kocht Andreas Krolik aus dem Lafleur in Frankfurt heute Edelpilze als Raviolo in Shitake-Bouillon mit Périgord Trüffel, Petersilienwirsing, Topinambur und Quinoa-Haselnuss-Crunch. Martin Fauster vom neuzubauenden Königshof in München verfeinert Saibling mit Kaviar und Petersilien-Buttermilch.

In direkter Nachbarschaft präsentieren Sebastian Zier und Moses Ceylan aus dem Einstein in St.Gallen zwei Michelin-Sterne mit Short Rib, Randen und Jacobsmuscheln sowie Lachs, Algen, Dashi und Miso.

Genuss im Glas wird mit reizender Beratung gereicht vom Weingut Dreissigacker und dem Weingut Klumpp.

Hinunter geht es in den Kellergewölben des Schlosses, genauer in die gemütliche Schlossküche. Dort kochen Sarah Henke und Christian Eckhardt nebeneinander. Miteinander verheiratet und mit einem bzw. ganz frisch mit dem Purs und zwei Sternen prämiert, verraten sie mir, dass sie abends privat zu Hause zumindest unter einer halben Stunde kochen.

Hier begeistert uns das krosse Schweinebauch BBQ mit Shiso und Ssam Jang auf Henkes Seite, bei ihrem Ehemann der geräucherte Sellerie mit Black Angus Beef, Walnuss und Röstgemüse-Essenz. Beides zeigt, dass Andernach kulinarisch eine Reise wert ist.

Mehrfach besuchen wir den Käsewagen im Billardsalon, wo uns ein Blauschimmelkäse verfeinert mit Rum und Kakaopulver des Affineurs Waltmann zurückkehren lässt, hervorragend mit dem Früchtebrot des Feinbäckers Arnd Erbel.

Der Patissier des Courtier Simon Eberhardt zeigt seine eigene Interpretation eines Bircher Müslis mit Apfelkompott, -gelee und Bronzefenchel und ein weiteres Dessert mit Mango und Kaffee und in der Gewölbebar 1896 verabschiedet Heiko Tagawa mit persönlich abgestimmten Cocktails.

Eine außergewöhnliche Auszeit auf einem wunderschönen Gelände, die wir nicht missen möchten.

https://www.weissenhaus.de

 

Reizender Weise wurde ich zu meinem Aufenthalt eingeladen, meine Objektivität dadurch jedoch nicht beeinflusst.

März 6, 2019
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich gerne essen, überall auf der Welt, aber vor allem in Hamburg. Nicht nur das Geschmackliche muss mich begeistern, auch die Atmosphäre sollte stimmen, da ich am liebsten alles noch fotografisch festhalte. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
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Trendspotter
drip BAR
Kein Lichtschein dringt von der „drip BAR“ nach außen, so dass wir tatsächlich erst einmal vorbeilaufen, bis wir den Klingelknopf finden. Welch' überraschende Freude schenkt die dunkle Gemütlichkeit, Bilder an grün-bläulicher Wand, geblümte Sessel und einen kreisender Ventilator über unseren Köpfen. Auch der Erläuterung des spannenden Konzepts lausche ich gerne, obwohl einer von uns gerügt wird, weil er voreilig in die märchenhafte Getränkekarte schauen möchte. 8 Stunden bis 3 Tage tropft die jeweilige Spirituose, ähnlich der Cold Brew Methode, durch verschiedene Infusions, z.B. Pfefferminz, Grapefruit, Kardamom, so dass die Getränke ganz eigenwillige, fein abgestimmte Geschmacksnuancen bekommen. Köstlichst der Lavendel Ton bei namensgleichem Mule, bestehend aus Wodka durch Lavendel getropft, Ginger Beet, Teapot Bitter und Limette. Ungleich stärker, nichtsdestotrotz genauso fein der Saffron Martini mit Wodka durch Safran gedript, Vermouth, Haselnuss Liquor und zartem Haselnuss Rand am Glas. Eine entzückende kleine Bar, in die wir sicherlich öfter wiederkehren werden.
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