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Klein und fein

Jellyfish

Wie schön, dass das Jellyfish in der Weidenallee nach Schließung vor vier Monaten schon wieder eröffnet hat. Jetzt übernommen vom ehemaligen Sous Chef Stefan Fäth, unterstützt von der reizenden Restaurantleiterin Insa Richter, mit neuen perfekt passenden Quallen Graffitis an den Wänden und der gleich gebliebenen skandinavischen Helligkeit.

Ähnlich wie zuvor gibt es ein Menü, mit 5, 6 oder 7 zu wählenden Gängen und zum Glück nehmen wir Montagabend die kleinste Variante, denn wir gehen sehr glücklich, aber auch sehr gesättigt nach Hause.

Mit vier Snacks beginnt der vielversprechende Abend. Ein kaltes BBQ Hamachi Tatar mit einem Hauch von Kefir-Espuma, herrlich süß und sauer ausbalancierend, wird begleitet von einem kleinen Zwiebelkuchen mit gleichem Chutney, einem Rösti mit feinem Lachstatar und Saiblingskaviar sowie einer warmen Hamburger Fischfrikadelle mit Remoulade. So köstlich müssten Fischfrikadellen immer sein.

Das Bio-Sauerteigbrot kommt mit gesalzener Butter in Fischform, einer Pumpernickel-Schmand-Crème und einem Makrelendip mit Algenpulver.

Einen schön frischen Einstieg macht das Amuse Bouche als geräucherte Fjordforelle mit aufgedrehtem Gurkensalat, schwarzer fermentierter Knoblauchcrème und einer leichten Schnittlauch-Buttermilch-Vinaigrette.

Obwohl ich von rohen Meerestieren oft Abstand nehme, überzeugt der Krabbencocktail eben trotz roh marinierten Ebigarnelen sehr, mit in Yuzu mariniertem Fenchel, Algenjoghurt, rotem Kopfsalat, eingelegten Tomberries und Buttermilch-Stickstoff-Perlen. Es folgt ein eisgeräucherter Lachs, Cole Crunch, eingelegte Rübchen, Apfel-Wasabi-Gel, Krautwickel gefüllt mit Sellerie in einer Apfel-Stauden-Vinaigrette.

In Schottland handgetaucht, wurde die Jakobsmuschel, hier kombiniert mit Papaya-Mango-Koriander-Salat, Karottencrème, Hühnerhaut-Chip und Curry-Zitronengras-Schaum. Sowieso übertreffen alle Jus, Saucen und Schäumchen sich gegenseitig.

Noch vor dem Hauptgang erfrischt der sogenannte Freshmaker. Eine wilde Auster mit Sanddorn-Granité, Koriander Kresse und 20 Jahre alten Tequila.

Wohlig erdig und süß die Begleitung des Steinbutts in Form von Süßkartoffelcrème, Melone, Zucchiniblüte, Verveine-Gel, Gyoza mit Pilzcrème gefüllt und einem herzhaften Kalbsjus mit fermentierten schwarzen Pfeffer.

Hamburger rote Grütze stellt das Pre-Dessert, verfeinert durch Beerensorbet, Vanillesoße und Meringue. Als Flaschenpost definiert, ist das viergeteilte Dessert. Ein Kartäuser Kloß mit Apfelweinsauce, ein Rotweinkuchen, aus dem Originalrezept von Fäths Großmutter stammend, mit Milchgel und Kaffeechips und ein Jellyfish Alsterwasser aus Gingerbeer, Hefeweizen-Espuma und Kalamansi und zuletzt ein Schokopudding mit Mangoschaum und Knallbrause. Dass man sich aus drei hausgemachten Pralinen noch welche aussuchen darf, rundet den erfüllenden Abend ab. Akazie, Kürbisöl-Vnaille und Fichte-Mandarine sind alle sehr zu empfehlen.

Und das auch noch  an einem Montagabend, an dem die Auswahl an geöffneten Hamburger Restaurants nur rar gesät ist.

„Meer geht nicht“!

www.jellyfish-restaurant.de

Oktober 3, 2019
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich und viel essen, überall auf der Welt, aber vor allem in meiner Heimatstadt Hamburg. Nicht nur die Küche ist mir wichtig, das große Ganze zählt mit Atmosphäre, Service und am liebsten außergewöhnlichen, berichtenswerten Erlebnissen. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
À la Karte
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Trendspotter
Restaurant Maa' Deyo
Mit Christián Orellanus von der Cantina Popular und Philipp Zitterbart, früher im hæbel als Koch, haben sich zwei Gastro-Erfahrene zusammen getan. Alles ist und wird im Maa' Deyo selbst gemacht, angefangen bei den Tischen, die aus der ehemaligen Bühne des Thalia Theaters in der Gaußstrasse bestehen über das Einlegen jeglicher Produkte und das eigenhändige Spülen. Afrikanisch, karibisch und mittelamerikanisch vereinen die kleinen Gerichte. Wir teilen uns vorweg Maisbrot und -fladen, süß saure Rote Bete mit Labneh, sauer eingelegtes Gemüse, Zuckerschoten-Tomatensalat und Saubohnen-Karottensalat mit frittiertem Sauerkraut. Als Hauptgang nehmen wir alle zwei Teller. Die Rotgarnelen vom Holzkohlegrill passen hervorragend zu Labneh, Kichererbsenmus, Bohnenpüree, Koriander und den süßlichen Tomaten. Ebenso begeistert die wohlige Rinderroulade mit getrockneten Pflaumen, Süßkartoffelpüree und Ras El Hanout Karotten und auch das Ceviche sieht sehr gut aus. So rundet das Tiramisu mit eingelegtem Cachaça Keks, Rosmarin, Limette und Mango-Kokos-Melasse den herrlichen Abend ab und beschenkt Hamburg mit einem ganz wunderbaren neuen Restaurant.
In der Presse
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Mein bester Restaurantbesuch
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