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Gaumenreise

ernst

Immer wieder schön ist ein Wochenende in meiner alten Studienstadt Berlin und den damit verbundenen Erinnerungen.

Dank Xavier und Bahnausfalls nahmen wir ausnahmsweise das Auto, allerdings wäre der Abend auch eine längere Fahrt wert gewesen, so neu, unterhaltend, nah, von köstlich ganz zu schweigen, war unser Erlebnis im „ernst“. Mit Gardinen verhangen und per Klingel Einlass gewährend, sitzen wir 12 Gäste in L-Form um die Küche herum. Vier junge Herren kümmern sich um unser Wohlbefinden, 3 davon kochend und trotzdem ständig im Dialog mit uns, sowohl auf deutsch als auch auf englisch.

Tatsächlich werden uns 31 kleinste Gänge gereicht, meist auf ein Produkt reduziert, stark auf Herkunft und Natur konzentriert und mit erkennbar liebevoll persönlichem Kontakt zu den sämtlichen Bauern selbst.

Wir beginnen mit einem Joghurt, fast direkt von der Kuh, zumindest ohne Zwischenkühlung, mit frisch gepresstem Tomatensaft. Es folgt allerlei Gemüse, meist allein präsentiert, und oft von der Bäuerin Branka, deren Boden härter ist als andere und deshalb alles langsamer wachsen lässt und somit viel Zeit hat sich zu entfalten. Weiße Radieschen folgen, Frühlingszwiebeln mit Miso, Kartoffeln al dente, ein Kürbis Granitee, rote Beete, doch diesmal von Brankas Nachbarn Klaus. Eine Sellerieknolle, Blumenkohl in Schafsmilch, drei kleine süße Tomaten, Zucchini, Brokkoli, Pfifferlinge und unendlich viel mehr.

Da jedes Gericht jedoch so klein ist, freuen wir uns immer auf den nächsten Gang und die dazu passende Einführung in die raffinierte Zubereitung und Kombination der Zutaten, fokussiert auf das regional Ursprüngliche.

Und so geht es weiter mit unter anderem einem 6-Stunden lang gekochten Eigelb, Dreierlei Schinken von den Mangalitza Wollschweinen, Sashimi und gebratenes Filet von der Forelle und ein besonders schmackhaftes Hühnchen. Ein saftiger gedämpfter Mohnkuchen mit Eierschnee beschließt neben Mini Kiwis und 5 Varianten eines Apfels den herrlichen und erfüllten Abend.

Oktober 8, 2017
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich und viel essen, überall auf der Welt, aber vor allem in meiner Heimatstadt Hamburg. Nicht nur die Küche ist mir wichtig, das große Ganze zählt mit Atmosphäre, Service und am liebsten außergewöhnlichen, berichtenswerten Erlebnissen. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
À la Karte
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Trendspotter
Restaurant Klinker
Seit dem ersten Pop-up in der ehemaligen Cook Up Gallery vor 1 ½ Jahren verfolge ich die Entwicklung der damals Tabula Rasa genannten Köche. Nun haben sich endlich Marianus von Hörsten kochend und Aaron Hasenpusch an der Bar mit ihrem ersten Restaurant namens Klinker, direkt neben dem Holi Kino niedergelassen. Tafelgrüne Wände, goldene Akzente und mit vielen Produkten von Marianus‘ Elternhof Wörme und einem engen Verhältnis zu Lieferanten stehen Herkunft und Qualität der Produkte an erster Stelle. Schon damals nach dem Credo „Glück ist zum Teilen da“ bestellen wir gemeinschaftlich. Abwechslungs- und facettenreich überrascht jedes Gericht, mit erfreulich eindeutigen Aromen, dem Credo „einfach miteinander essen“ sehr viel mehr als gerecht werdend.
In der Presse
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Mein bester Restaurantbesuch
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