Back to home
Gaumenreise, Mahl anders

eat.share.live

Seit kurzem hat es Robert Stolz vom Grill des Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten in seine ehemaligen Stern erkochten Räumlichkeiten nach Plön zurückgezogen. Vom früheren Pastorat über das Hotel & Restaurant Stolz hat sich das schöne Backsteinhäuschen auf dem Marktplatz Nummer 24 jetzt zu ebenjenen Rückzugsort entwickelt, der, glücklich für uns, sogar an drei Abenden die Woche geöffnet und geteilt wird.

Renoviert, privat bezogen, empfängt Stolz viel mehr in fast privater Runde, 12 Gäste an einem langen Eichentisch in seiner Küche. So ist der Weg zum Herd auch für den Gast intim und nahbar und der Austausch mit den unbekannten Mitgästen unkompliziert und befruchtend. Über dem Tisch hängt eine Fotografie von der gewaltigen Natur Norwegens, eine Insel zwischen Trondheim und Tromsø, welche auch für die Nähe zu der skandinavischen Kochkunst steht. Schon der von mir letztens besuchte Koch Esben Holmboe Bang kochte zum Austausch mit Stolz in ebendieser Küche.

Unter dem Motto „eat.share.live“ stehen die angebotenen 6 Snacks und 6 Gänge für Stolz‘ Leidenschaft, Produkt und Herkunft, je nach Jahreszeit, zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

An dem allerersten Abend überhaupt habe ich die Ehre, zu zehnt in Robert Stolz‘ Heim zu dinieren. Wir starten in bunter Runde mit einem hauchdünnen und knackigen Kartoffelchip mit Zitronensauerrahm und einem sogenannten veganen Kaugummi, einer blauen Karotte, 1 ½ Tage getrocknet, mit Apfelessig abgeschmeckt und Lakritzpulver bestäubt, welche gut mit der begleitenden Sahne harmoniert.

Wie ein frisches Feld präsentieren sich die Rapsblätter, -soße und Senfblüten kombinierend. Alle Snacks übrigens zum mit der Hand essen, hier vorher kräftig in der Soße rührend.

Die letzten Drei teilen sich ein Holzbrettchen. Ein fruchtig, säuerliches Karotten-Sanddorn-Gelee mit Karotten-Chutney und Senf, ein Zungenwurst-Würfel im Blumenkohl-Mantel, Senf und Holunderkapern sowie ein Sauerteigbrot mit Frischkäsemousse und Schleswig-Holsteiner Bergkäse.

Für den ersten Gang des Menüs geht es geschmacklich an die Kieler Förde, mit Muscheln naturbelassen und als Mousse, Meerretticheis und Petersiliensauce. Nach kalt folgt die heiße Röstzwiebelsuppe verfeinert mit Tannen-Öl.

Statt Brot zwischendurch wird das berühmte Animosus-Dinkelbrot von dem Freibäcker Arnd Erbel serviert, mit Sauerampfer-Joghurt-Butter und warmer Rosmarin-Knoblauch-Sauce zum Tunken.

Ebenfalls warm genieße ich den kleinen saftigen Birnen-Speck-Auflauf, der hervorragend zu der eingelegten roten und gelben Beete passt.

Unser köstlicher Hauptgang zeigt sich als zartes Landhuhn mit Bamberger Hörnchen, pochiertem Ei, Lauch und Kartoffel-Espuma und wird noch von dem viergeteilten Dessert gekrönt: Ein Apfeltörtchen hervorragend unterstützt von Haselnußcrumble, Birne, Quitte und Buchweizeneis.

Zum Abschied gibt es überraschend noch zusätzlich einen Hauch Zitronen-Sandkuchen mit Mohnmousse, Pumpernickel und Haselnüssen und einen perfekten, mit Liebe gefilterten elbgold Kaffee.

Wie überaus mutig, in Zukunft fremde Gäste in seinem Haus bewirten zu wollen, und wie überaus bereichernd für uns. Ich möchte jetzt unbedingt Kiel erkunden, die kleine lille Brauerei besuchen sowie mich kaffeetechnisch weiterbilden.

Und für den Abend, vielleicht auch darüber hinaus, entwickelt sich ein einstimmig begeisterter Freundeskreis, bei dem man sich freut, Genuss und einmaliges Erlebnis zu teilen.

www.robertstolz.de

Oktober 31, 2018
  • 3
3 Comments
  • Olaf
    November 1, 2018

    Ein schöner Bericht, wenngleich er (etwas) übertrieben positiv wirkt.

    Ich frage mich, ob Sie niemanden haben, der die Texte korrekturliest – es sind doch einige Rechtschreibfehler drin.

    • Franzi141281
      November 2, 2018

      Vielen Dank. Tatsächlich hatte ich einen herrlichen Abend und war dementsprechend begeistert, übrigens in all‘ meinen Empfehlungen auf diesem Blog hier. Bezüglich Rechtschreibfehlern hatte ich bisher geglaubt, dass meine eigene Rechtschreibung ausreicht, denn diesen Blog betreibe ich alleine.

  • westbrook shoes
    Dezember 19, 2018

    I am only writing to make you be aware of of the superb discovery my princess encountered reading your web page. She realized a good number of pieces, which include what it’s like to possess an excellent helping character to have other people with ease have an understanding of certain specialized subject matter. You undoubtedly exceeded our expected results. Thank you for showing such interesting, trustworthy, edifying not to mention cool guidance on this topic to Janet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich gerne essen, überall auf der Welt, aber vor allem in Hamburg. Nicht nur das Geschmackliche muss mich begeistern, auch die Atmosphäre sollte stimmen, da ich am liebsten alles noch fotografisch festhalte. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
À la Karte
À la Karte
Trendspotter
drip BAR
Kein Lichtschein dringt von der „drip BAR“ nach außen, so dass wir tatsächlich erst einmal vorbeilaufen, bis wir den Klingelknopf finden. Welch' überraschende Freude schenkt die dunkle Gemütlichkeit, Bilder an grün-bläulicher Wand, geblümte Sessel und einen kreisender Ventilator über unseren Köpfen. Auch der Erläuterung des spannenden Konzepts lausche ich gerne, obwohl einer von uns gerügt wird, weil er voreilig in die märchenhafte Getränkekarte schauen möchte. 8 Stunden bis 3 Tage tropft die jeweilige Spirituose, ähnlich der Cold Brew Methode, durch verschiedene Infusions, z.B. Pfefferminz, Grapefruit, Kardamom, so dass die Getränke ganz eigenwillige, fein abgestimmte Geschmacksnuancen bekommen. Köstlichst der Lavendel Ton bei namensgleichem Mule, bestehend aus Wodka durch Lavendel getropft, Ginger Beet, Teapot Bitter und Limette. Ungleich stärker, nichtsdestotrotz genauso fein der Saffron Martini mit Wodka durch Safran gedript, Vermouth, Haselnuss Liquor und zartem Haselnuss Rand am Glas. Eine entzückende kleine Bar, in die wir sicherlich öfter wiederkehren werden.
In der Presse
In der Presse
Mein letzter Restaurantbesuch
COOK UP culinary gallery
27. April 2018
Instagram
Folge mir auf Instagram

@tastehamburg