Back to home
Sternensammler

bianc

Ein absolut kulinarisches Highlight gegen Ende des Jahres war für mich mit Abstand das kürzlich eröffnete „bianc“ in der Hafencity. Mit Blick auf die Elbphilharmonie, innen architektonisch passend kühl gehalten, viel weiß, wie der Name schon sagt und trotzdem mediterran warm, hat sich, der vorherige 2-Sterne Koch der „Vila Joya“ in Portugal, Matteo Ferrantino seinen Traum des eigenen Restaurants erfüllt.

Nicht nur die Leidenschaft und das unfassbar gute Essen hat der gebürtige Italiener mitgebracht, sondern auch den mittigen Olivenbaum aus seinem heimischen Garten und das Originalrezept seiner Mutter für das Brot vorweg, in ähnliche Papiertüten gepackt wie früher für die Schulpause.

Wir entscheiden uns sowohl für das Markt Menü als auch für die vegetarische Variante des Garten Menüs, letzteres ebenfalls so ausgefallen, dass man ganz unproblematisch auf Fleisch und Fisch verzichten könnte. Sein Credo, die besten Produkte vom Land, aus dem Meer und jeder Jahreszeit auszuwählen, gelingt ihm hervorragend.

Schon zu Beginn begeistern die sechs Amuse Bouches durch die aufwendige Präsentation und den einvernehmlich köstlichen Genuss: Eine Granny Smith Gazpacho in einem Reagenzglas, Radieschen auf Eis in Büffelbutter getaucht, Entenleber auf Mango, Hähnchen Piri Piri, Rindertatar Aioli in der Waffel und Sardellen Tapenade mit Balsamico, alles außerordentlich fein im Geschmack.

So auch unsere weiteren fünf Gänge, wie der Loup de Mer/Rote Beete/Salzzitrone, Thunfisch/Avocado/Zwiebel/Bergamotte, Kabeljau/Artischocke/Topinambur/Trüffel oder Kalb/Aal/Petersilie/Rotwein. Nur noch zu übertreffen durch das vielfältige Dessert, genannt Herbst, mit Pistazien Schwamm, Lakritze, Schokoladencrumble und einigen anderen Texturen. Ich freue mich schon auf den geschmacklichen Winter.

Gar nicht wie in Hamburg fühlt man sich an den runden Tischen und dem großzügigen Raum zwischen den Gästen, irgendwie erfrischend anders und eben unvergleichlich köstlich. Ein passender Abschluss zu einem besonders bereichernden Abend geben noch die Petit Fours, die persönliche Verabschiedung Matteos und das hauseigene Salz als Geschenk.

Ich bin schon sehr gespannt auf das dazugehörige benachbarte Bistro mit dem Namen Bianchini.

www.bianc.de

Dezember 28, 2017
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich gerne essen, überall auf der Welt, aber vor allem in Hamburg. Nicht nur das Geschmackliche muss mich begeistern, auch die Atmosphäre sollte stimmen, da ich am liebsten alles noch fotografisch festhalte. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
À la Karte
À la Karte
Trendspotter
drip BAR
Kein Lichtschein dringt von der „drip BAR“ nach außen, so dass wir tatsächlich erst einmal vorbeilaufen, bis wir den Klingelknopf finden. Welch' überraschende Freude schenkt die dunkle Gemütlichkeit, Bilder an grün-bläulicher Wand, geblümte Sessel und einen kreisender Ventilator über unseren Köpfen. Auch der Erläuterung des spannenden Konzepts lausche ich gerne, obwohl einer von uns gerügt wird, weil er voreilig in die märchenhafte Getränkekarte schauen möchte. 8 Stunden bis 3 Tage tropft die jeweilige Spirituose, ähnlich der Cold Brew Methode, durch verschiedene Infusions, z.B. Pfefferminz, Grapefruit, Kardamom, so dass die Getränke ganz eigenwillige, fein abgestimmte Geschmacksnuancen bekommen. Köstlichst der Lavendel Ton bei namensgleichem Mule, bestehend aus Wodka durch Lavendel getropft, Ginger Beet, Teapot Bitter und Limette. Ungleich stärker, nichtsdestotrotz genauso fein der Saffron Martini mit Wodka durch Safran gedript, Vermouth, Haselnuss Liquor und zartem Haselnuss Rand am Glas. Eine entzückende kleine Bar, in die wir sicherlich öfter wiederkehren werden.
In der Presse
In der Presse
Mein letzter Restaurantbesuch
COOK UP culinary gallery
27. April 2018
Instagram
Folge mir auf Instagram

@tastehamburg