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Gaumenreise

Barra

Ein Wochenende in Berlin und immer kommen wir erfüllt, doch auch recht erschlagen wieder zurück, fast wie zu Studentenzeiten. Dieses Mal mit ganz wunderbaren kulinarischen Erlebnissen und dank der „art berlin“ zusätzlich mit großartigen Kunsteindrücken.

Ganz besonders gut hat uns das Restaurant Barra in Neukölln gefallen, vor fast einem Jahr von den beiden Köchen Daniel Remers und Neil Paterson sowie Restaurantleiterin und Sommelière Kerry Westhead eröffnet.

Gemütlich einladend von außen, gräulich gewischte Wandfarbe, erhaltene Backsteinwände, vereinzelte Tische und unser perfekter Platz an der Bar mit direktem Blick in die offene Küche. Dort kann man das tatsächliche Kochhandwerk und die Zubereitung der allesamt hervorragenden, zu teilenden Speisen beobachten und das nahbar und authentisch reduziert. Versteckter und sicherlich auch sehr nett sitzt es sich in einem hinteren Raum an zwei längeren Tischen.

Die kleine Karte listet die verwendeten Zutaten auf und irgendwie wirkt es so, als ob hier alles sehr locker von der Hand geht. Unkompliziert folgt ein Gang dem Nächsten in kleinen Portionen, so dass vielfältig probiert werden kann und wirklich alles mehr als überzeugt, immer durch ein perfektes Grundprodukt, komplettiert mit minimalen, nicht erschlagendem Einsatz von Begleitung und Sauce. Dazu gibt es ausschließlich Naturweine.

Zur Einstimmung bestellen wir eine luftige, herrlich weiche Rosmarin Focaccia mit Olivenöl, dazu pikante Salami Ventricina und in Honigbutter gegrillten Zuckermais mit Majoran. Glück pur!

Von der Tageskarte nehme ich die auf dem japanischen Holzofengrill gegarten Langustinen mit einer feinen Dill-Mayonnaise, und das Puhlen mit der Hand wird durch ein zartes Geschmackserlebnis belohnt. Ein in Würfel geschnittener Lachs wird begleitet von einem Sauerampfer-Dressing und Himbeeren, frisch und leicht, fast einem Ceviche gleich. Ebenso schwerelos die Pfirsich Gazpacho mit Burrata und Minze.

Wohliger als die kissenähnlichen Gnocchi mit Pecorino Käse, Pistazien und einer feinen Zitronennote kann es kaum werden, doch auch das Black Angus Sirloin mit wildem Brokkoli und einer zum Hineinlegen kräftigen Bagna Cauda Sauce lassen uns eine baldige Rückkehr nach Berlin planen, denn alle Gänge können wir aufgrund der Menge einfach nicht probieren.

Süß geht zum Glück immer, denn auf die warme Mousse au Chocolat mit Kardamomeis, Olivenöl und einem Hauch Salz hätte ich sehr ungerne verzichtet. Absurd gut, schon alleine für den Abend hat sich Berlin gelohnt.

https://www.barraberlin.com

September 15, 2019
Über mich
Hi, ich bin Franzi, und gehe leidenschaftlich und viel essen, überall auf der Welt, aber vor allem in meiner Heimatstadt Hamburg. Nicht nur die Küche ist mir wichtig, das große Ganze zählt mit Atmosphäre, Service und am liebsten außergewöhnlichen, berichtenswerten Erlebnissen. Hier findet Ihr meine liebsten Restaurants.
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Trendspotter
Restaurant Klinker
Seit dem ersten Pop-up in der ehemaligen Cook Up Gallery vor 1 ½ Jahren verfolge ich die Entwicklung der damals Tabula Rasa genannten Köche. Nun haben sich endlich Marianus von Hörsten kochend und Aaron Hasenpusch an der Bar mit ihrem ersten Restaurant namens Klinker, direkt neben dem Holi Kino niedergelassen. Tafelgrüne Wände, goldene Akzente und mit vielen Produkten von Marianus‘ Elternhof Wörme und einem engen Verhältnis zu Lieferanten stehen Herkunft und Qualität der Produkte an erster Stelle. Schon damals nach dem Credo „Glück ist zum Teilen da“ bestellen wir gemeinschaftlich. Abwechslungs- und facettenreich überrascht jedes Gericht, mit erfreulich eindeutigen Aromen, dem Credo „einfach miteinander essen“ sehr viel mehr als gerecht werdend.
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